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Augmented Reality - ein Mensch-Maschinen Verbinder?


Gastbeitrag von Marie Williere (https://codefluegel.com/)

Viele Konsumenten und Unternehmen sehen in der Digitalisierung eine große Gefahr: Arbeitsplätze werden gekürzt, der Kundenkontakt nimmt ab, Tante Emmas Laden muss zusperren, die Internetkriminalität nimmt zu, Verbrauchsdaten werden missbraucht und es kommt zur totalen Überwachung. Einige befürchten sogar, dass Roboter in Zukunft die Weltherrschaft übernehmen. Dass die Digitalisierung Veränderung herbeigeführt hat und es auch weiterhin tun wird, ist nicht zu leugnen. Aber die Digitalisierung bringt auch Verbesserungen mit sich und wir sollten uns die Frage stellen: Kann Mensch und Maschine als neues Dreamteam nicht vielleicht sogar eine Chance für unseren Arbeitsmarkt und die Unternehmen sein?

Der Mensch

Die gesamte Wirtschaft und ein gewisser Teil der erbrachten Leistung erfolgen durch den Menschen. Und dort wo Menschen arbeiten kommt es auch zu Fehlern. Das ist auch in Ordnung und ein wesentlicher Bestandteil unseres Handelns und wichtig für unsere persönliche Weiterentwicklung. Aber es gibt Bereiche im Arbeitsleben, da sollten Fehler vermieden werden. Zum Beispiel bei einer Herzoperation wäre es eher von Nachteil, wenn dem (Nachwuchs-) Chirurgen ein Fehler unterläuft. Aber auch in der Industrie können Unachtsamkeiten oder Unwissen lebensbedrohliche Auswirkungen haben, wenn zum Beispiel Sicherheitsvorkehrungen übersehen oder gar missachtet werden. 

Die Maschine

Der Counterpart in meinem Blogbeitrag ist die Maschine. Präzise, vorhersehbar, berechenbar. Möchte man glauben, aber auch Maschinen machen Fehler, wenn auch deutlich weniger als der Mensch. Aber nicht nur die Fehlerquote, auch die Effizienz ist bei Maschinen höher denn sie können, unter der Voraussetzung, dass keine Wartung notwendig ist, 24 Stunden am Tag in Betrieb sein. Und das ist der Grund, warum Menschen in vielen Lebensbereichen gerne auf Maschinen zurückgreifen. Angefangen von Tempomaten und automatische Abstandsreglern in Kraftfahrzeugen, Autopiloten in Flugzeugen bis hin zu Mess- und Sicherheitssystemen in der Industrie oder komplexe Pumpanlagen in der Kanalisation, die je nach Wasserstand eigenständig Entscheidungen treffen … Die Liste der Maschinen ist eine lange. 

Aber es muss nicht immer technisch komplex sein, denn im Grunde ist ein Computer oder ein Smartphone auch nur eine Maschine und hilft uns dabei gewisse Aufgaben im Alltag leichter und effizienter zu lösen. 

Und dann war da noch Augmented Reality

In meinem Titel habe ich die Frage gestellt, ob Augmented Reality - ein Mensch - Maschinen Verbinder ist. Als dritten Teil gibt es also noch Augmented Reality, kurz AR. Die Technologie, die es schon seit den 1960er gibt, bedeutet im Grunde nichts anderes als “erweiterte Realität”. Und auch wenn das ziemlich fancy klingt, ist es im Grunde eine Technologie, die die meisten von uns schon mal ausprobiert oder erlebt haben. Head Up Displays in Autos, Informationen die Live bei der Übertragung des Fußballspiels im Fernsehen eingeblendet werden oder lustige Katzenohren in einem Social Media Filter. Klingt nun erst mal nach drei komplett unterschiedlichen Usecases, aber das Grundprinzip, und das macht AR aus, ist immer das Gleiche: reale Elemente werden in Echtzeit um digitale Inhalte erweitert. Die Voraussetzung dafür? Ein Smartphone oder, für spezielle Anwendungsbereiche, ein tragbares Gerät, wie es z.B. die HoloLens ist. Auch hier ist das Prinzip das Gleiche: die integrierte Kamera erkennt die Umgebung und projiziert Informationen in die reale Welt. 

Aber genug der Theorie, denn Sie lesen den Blogbeitrag ja nicht, um herauszufinden, was AR eigentlich ist und wo wir es im Leben täglich konsumieren...

Verbindet AR wirklich Mensch mit Maschine?

In Verbindung aus real und digital liegt die Stärke von AR und das ist in meinen Augen auch schon die Antwort auf die Frage. Informationen, die von einem Computer oder einer Maschine ausgehen, können über ein tragbares Gerät, sei es jetzt ein Tablet, ein Smartphone, eine Smartglass oder doch eine Smartwatch, ganz einfach dem Menschen zur Verfügung gestellt werden und ihn so vor möglichen Fehlern warnen oder bereits geschehene Fehler aufzeigen. 

So kann eine AR Brille während einer Operation dem behandelnden Arzt wichtige Informationen zur Verfügung stellen. Sei es nun das Röntgenbild im Overlay oder der nächste Schritt im Operationsablauf. 

Aber auch eine Maschine kann mit digitalen Inhalten bespielt werden. Um das Beispiel von weiter oben noch einmal aufzugreifen: Die lebensbedrohliche Situation für einen Mitarbeiter kann zum Beispiel dadurch abgewendet werden, in dem der Mitarbeiter eine Warnung, visueller oder auditiert Natur, just in dem Moment erhält, wo er sie missachtet. Proaktiv ist aber bekanntlich noch besser als reaktiv, deshalb kann AR auch sinnvoll in der Mitarbeiterschulung eingesetzt werden und brenzliche Situationen in einem simulierten Szenario getestet werden. 

Die Antwort auf die Frage also, ob Augmented Reality also wirklich Mensch mit Maschine verbindet lautet für mich ja. 

Was denken Sie über das Thema? Verbindet Augmented Reality wirklich Mensch mit Maschine? Schreiben Sie mir Ihre Meinung (marie.williere@codefluegel.com). Ich freue mich über eine Diskussion.

Marie Williere, Marketing und Vertrieb bei CodeFlügel (https://codefluegel.com/)

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